Arbeitsbericht

von Vida Pluym

 

Das Projekt für den Wettbewerb der Körber-Stiftung begann mit der Themenfindung, was ein langwieriger Prozess war, da wir mehrere Personen anschreiben bzw. anrufen mussten. Ich erklärte mich dafür bereit, Herrn Notter, den Leiter des Freisinger Stadtarchivs, zu kontaktieren. Ich sendete ihm eine E-Mail, worin ich ihm die Aufgabenstellung des diesjährigen Wettbewerbs und das Thema "Anders Sein" erläuterte. Nach langem Warten und einem Telefonat bekam ich von Herrn Notter Themenvorschläge. Ihm waren zu dem Thema ein Scharfrichter aus dem Mittelalter und die Malerin Therese von der Vring, die zu der Zeit des Nationalsozialismus zu den entarteten Künstlern gehörte, eingefallen. Für diese Themenvorschläge entschieden wir uns jedoch nicht, da beim Scharfrichter eine sehr komplizierte Forschungsarbeit im Archiv auf uns zugekommen wäre und das Thema über Therese von der Vring und die entartete Kunst schon sehr bekannt ist, und es sich auch schwierig gestalten würde, einen klaren regionalen Bezug herzustellen.

Wir setzten uns derweil währenddessen mit Frau Dr. Götz in Verbindung, der Leiterin des Stadtmuseums. In dem Archiv des Stadtmuseums entdeckte dann unser Leiter Herr Schebler bei einem Besuch die Wandmalereien, die aus der Zeit des Freisinger Karzers stammen.

Nach einer Abstimmung wählten wir das Thema "Karzer". Wir teilten uns in Gruppen ein, in denen wir ein bestimmtes Unterthema bearbeiteten. Ich war für die allgemeinen Informationen über den Karzer zuständig. Vor den Ferien bekam ich von Herrn Schebler drei Bücher, die jeweils von der bayerischen Staatsbibliothek ausgeliehen waren. Schon begannen die Weihnachtsferien.

Besonders während der zweiten Woche der Weihnachtsferien beschäftigte ich mich mit dem ersten Buch "Der Heidelberger Studentenkarzer". Fast jeden Tag saß ich mindestens eine Stunde am Computer. Ich tippte Zitate und Stichpunkte ab, wenn ich meinte, es wäre wichtig für meinen Text, da Zitate bei einem wissenschaftlichen Text benötigt werden.

Außerdem war ich mit Emily, Carla und Herrn Schebler für ein Interview beim Psychotherapeuten Herrn Kellinghusen verabredet. Während des Drehs hielt ich eine weiße Platte, die eine aufhellende Wirkung hatte. Das Interview dauerte ungefähr eine Stunde, und es war für mich anstrengend die weiße Platte zu halten. Trotzdem war es für mich spannend zu erleben, was man alles bei einem Interview beachten muss.

Als die Schule wieder begann, hatte ich ungefähr 5 Seiten voll von Stichpunkten aus dem Buch "Der Heidelberger Studentenkarzer" herausgeschrieben. Diese stellte ich beim Treffen am Freitag nach den Ferien vor. Ich fand sehr viele Dinge heraus, die uns hin und wieder ein bisschen zum Schmunzeln brachten. Zum Beispiel die Tatsache, dass man den Karzeraufenthalt bezahlen musste. Später recherchierte ich auch ein bisschen im Internet. Dort fand ich aber nicht viel über den Karzer heraus. So arbeitete ich mich weiterhin durch jenes Buch durch.

Da wir einen kurzen Dokumentationsfilm drehen wollten, wurde ich gebeten, ein paar Sätze aufzuschreiben, die bei dem Film von der Erzählerstimme gesagt werden sollten, während verschieden Bilder gezeigt werden. Meine Bildunterschriften wurden aber nicht mehr gebraucht, da wir die Vorstellung meiner Notizen so gut fanden, dass ich für den Dokumentationsfilm gefilmt werden sollte. So bereitete ich meinen Text am Tag vor dem Dreh vor. Ich ließ einige Informationen weg, weil ich diese sowieso in meinem wissenschaftlichen Text aufgreifen würde. Allerdings hatte ich mich nicht gut genug auf jenen Tag vorbereitet. Ich wusste zwar ungefähr, was ich sagen wollte, da ich allerdings nur wenig auf mein Blatt schauen durfte, fiel es mir schwer, die geeigneten Formulierungen dafür zu finden, was ich sagen wollte. Zudem war ich nervös und wusste nicht genau, wie ich mich verhalten sollte. Das hatte ein paar Aussetzer und einige 'ähm's zur Folge. Ich war auch unzufrieden mit der Tatsache, dass ich jene Informationen nur aus einem Buch "Der Heidelberger Studentenkarzer" hatte. Deshalb beschäftigte ich mit einem weiteren Buch: "Marburger Karzer-Buch". Das enthielt allerdings wenige bis keine brauchbaren Informationen. Aus zeitlichen Gründen konnte ich mich nicht mit dem dritten und letzten Buch beschäftigen, was allerdings nicht so schlimm war, da aus diesem Buch für das Buch "Der Heidelberger Studentenkarzer" recherchiert worden war und ich sowieso mehr als genügend Informationen hatte.

 

Als Nächstes wurden Julia und ich vom Nachmittagsunterricht befreit, da wir im alten Gefängnis die Szenen drehen wollten, in denen sich Emily im Karzer befand. Ich erklärte mich dafür bereit, die Kamera zu halten. Es war sehr anstrengend, weil die Kamera schwer wurde auf Dauer. Außerdem musste ich darauf achten, dass das Bild nicht zu sehr wackelte, wenn ich die Kamera schwenkte, und dass bestimmte Sachen nicht im Bild sind, z.B. eine Kabeltrommel. Dies gelang mir allerdings nicht zu hundert Prozent. Überraschenderweise wurde ich am nächsten Tag von Herrn Schebler für meine Kameraführung gelobt. Nun mussten wir das Filmmaterial schneiden und Herr Schebler erklärte uns, was man beim Schneiden beachten musste. Er zeigte uns auch, wie das Schneideprogramm FinalCut Pro funktionierte.

Beim Treffen vor den Faschingsferien besprachen wir die Gestaltung der Webseite. Es war jedoch schwierig, mich nun auf Äußerlichkeiten wie z.B. die Schriftart zu konzentrieren, da ich mich so lange mit dem Inhalt meiner Seite beschäftigt hatte. Bei jenem Treffen mussten wir noch eine kleine Szene für den Dokumentarfilm drehen und die Voice-Overs für den Film mussten aufgenommen werden, sodass ich mich mit dem Design meiner Website nicht auseinandersetzen konnte.

In den Faschingsferien traf ich mich mit Carla, Maximilian und Herrn Schebler noch mal. An diesem Tag saßen wir acht Stunden am PC. Carla und ich schnitten den Film fertig, während Herr Schebler und Maximilian  mit dem Anfertigen der Website beschäftigt waren. Da mein Teil für die Webseite nur aus Text bestand, musste ich das Design meiner Seite nicht groß besprechen. Gegen Ende war es sehr anstrengend den Film zu Schneiden, besonders das Einfügen der Bilder gestaltete sich mühsam. Und dabei noch die Konzentration zu behalten war alles andere als leicht. Aber letzendlich haben wir es auf wundersame Weise geschafft den Film zu vollenden.

 

Fazit:

Das Recherchieren war eine sehr mühsame und zeitaufwendige Arbeit. Allerdings war ich immer froh, wenn ich eine weitere Seite an Stichpunkten und Zitaten hatte und sobald ich mittendrin war in meiner Arbeit, ging die Zeit sehr schnell vorbei. Ich bin sehr froh darüber, dass ich mir diese Arbeit gemacht habe, da es mir in Zukunft helfen wird, wenn ich in der Oberstufe eine Seminararbeit schreiben muss oder allgemein im Studium. Außerdem bin ich glücklich darüber, dass ich die Hintergründe bei einem Videodreh und dem anschließenden Schneiden erleben durfte. Es hat sehr viel Spaß gemacht, auch wenn es auf Dauer anstrengend war sich zu konzentrieren. In Zukunft werde ich mir diese Erfahrung auf jeden Fall zunutze machen, wenn ich z.B. ein Urlaubsvideo machen will. Insgesamt war es eine anstrengende aber auch schöne Zeit, die ich mit takeoff für dieses Projekt verbracht habe.

 

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